Viele Bereiche – aber kein Film als Aufzählung
Wie erzählt man in einem Film von einer Einrichtung, in der Menschen wohnen, arbeiten, lernen, gefördert und medizinisch begleitet werden?
Und wie gelingt das, ohne die einzelnen Bereiche einfach nur nacheinander abzuhaken?
Genau diese Fragen standen am Anfang unserer Zusammenarbeit mit der Stiftung Ecksberg, einer großen sozialen Organisation mit mehr als 1.000 Mitarbeitenden und zahlreichen Arbeits– und Lebensbereichen. Zum Projekt gehörten ein Imagefilm über die Stiftung, ein eigener Ausbildungsfilm und ein Kinospot.
Denn bevor die erste Kamera aufgebaut werden konnte, mussten wir zunächst verstehen, was die Stiftung ausmacht und welche Geschichten der Film erzählen sollte.
Was soll ein Imagefilm für eine soziale Einrichtung zeigen?
Zur Stiftung Ecksberg gehören viele Bereiche mit ganz unterschiedlichen Aufgaben.
Menschen leben in Wohngruppen, arbeiten in Werkstätten oder besuchen die Förderstätte.
Hinzu kommen unter anderem die Seniorenstätte, der medizinische Stützpunkt, Bildungsangebote, Seelsorge, Therapie und verschiedene Freizeitangebote.
Auch Bereiche wie die Gärtnerei, die Bäckerei, der Kiosk und das Café Innleitn gehören dazu.
Sie zeigen, wie vielfältig die Arbeits- und Begegnungsmöglichkeiten innerhalb der Stiftung sind und wie sichtbar Ecksberg auch nach außen wird. All das gehört zu Ecksberg.
Trotzdem kann ein Film nicht jeden Bereich gleich ausführlich erklären. Deshalb ging es zunächst darum, Schwerpunkte zu setzen.
- Welche Situationen erzählen etwas über das Leben in der Stiftung?
- Wo wird Teilhabe konkret sichtbar?
- Welche Menschen können aus eigener Erfahrung berichten?
- Und welche Bilder braucht es, damit aus vielen einzelnen Szenen am Ende ein zusammenhängender Film entsteht?
Aus diesen Fragen entwickelte sich nach und nach die Struktur. Alltagsszenen sollten zeigen, wie Menschen in Ecksberg wohnen, arbeiten und ihre Freizeit verbringen. Interviews mit Bewohnerinnen und Bewohnern, Beschäftigten, Mitarbeitenden und Verantwortlichen sollten die Bilder einordnen und persönliche Perspektiven ergänzen.
Gute Drehplanung beginnt lange vor dem Dreh
Ein Film über eine soziale Einrichtung lässt sich nicht allein nach einem technischen Drehplan umsetzen.
Viele Aufnahmen entstehen mitten im Alltag.
Termine müssen zu den Abläufen in den Wohngruppen, den Arbeitsbereichen und den weiteren Einrichtungen passen.
Gleichzeitig brauchen die Menschen vor der Kamera ausreichend Informationen darüber, was geplant ist.
Gemeinsam mit der Stiftung legten wir deshalb fest, welche Bereiche vorkommen sollten, welche Situationen sich für Aufnahmen eigneten und wer für Interviews infrage kam.
Aus der ersten Filmstruktur entstanden konkrete Motivlisten und daraus wiederum die Planung für die einzelnen Drehs.
Für die Interviews erstellten wir unterschiedliche Handouts.
Mitarbeitende bekamen andere Informationen und Fragen als Bewohnerinnen und Bewohner.
Die Unterlagen sahen bewusst ähnlich aus, waren inhaltlich aber auf die jeweilige Gesprächssituation abgestimmt.
Die Organisation war ein wichtiger Teil des Projekts
Bei einer Organisation mit mehr als 1.000 Mitarbeitenden, zahlreichen Ansprechpartnern und vielen unterschiedlichen Abläufen ist diese Koordination kein Nebenthema, sondern eine wesentliche Voraussetzung für die gesamte Produktion.
Räume müssen verfügbar sein, Gesprächspartner sollten Zeit haben und bestimmte Situationen lassen sich nur zu festen Zeiten aufnehmen.
Ein Karatetraining findet nicht dann statt, wenn es gerade gut in den Drehplan passt.
Auch Alltagssituationen in einer Wohngruppe, Szenen in der Förderstätte oder Aufnahmen im Café Innleitn lassen sich nicht beliebig verschieben.
Aufseiten der Stiftung wurden die notwendigen Informationen gebündelt, Termine koordiniert und die Ansprechpartner in den einzelnen Bereichen abgestimmt.
Dadurch konnten wir die geplanten Aufnahmen in den jeweiligen Bereichen umsetzen. Eine zentrale Ansprechperson war dabei die Verbindung zwischen dem Filmkonzept und dem tatsächlichen Alltag vor Ort – und damit eine wichtige Grundlage für die Zusammenarbeit.
Die Zusammenarbeit habe ich insgesamt als sehr positiv empfunden. Die Kommunikation war jederzeit offen und zuverlässig. Es war immer ein Ansprechpartner erreichbar, und bei Fragen oder Anliegen wurde schnell und unkompliziert Unterstützung geleistet. Besonders hervorzuheben ist die enge Zusammenarbeit während des gesamten Projekts.
Unsere Anforderungen und Erwartungen wurden nicht nur berücksichtigt, sondern auch erfolgreich umgesetzt. Nach jedem Projektschritt wurde gezielt nachgefragt, ob die Ergebnisse unseren Vorstellungen entsprechen, sodass Anpassungen zeitnah vorgenommen werden konnten.
Beim eigentlichen Dreh war ich nicht direkt beteiligt und kann diesen daher nicht umfassend bewerten. Die im Vorfeld vorgeschlagenen Fragen und Themen habe ich jedoch als relevant und sinnvoll empfunden. Mit dem Endergebnis sind wir sehr zufrieden. Unser Ziel war es, ein Video zu erhalten, das einen professionellen und geschäftlichen Eindruck vermittelt, dabei aber gleichzeitig modern wirkt. Genau diesen Anspruch erfüllt das fertige Video.
Am Drehtag muss trotz Planung noch Platz bleiben
Ein genauer Plan hilft, an einem Drehtag nichts Wesentliches zu übersehen. Er darf aber nicht so eng sein, dass nur noch eine Liste abgearbeitet wird.
Manche Situationen entwickeln sich erst vor Ort. Ein Gespräch verläuft anders als erwartet, eine alltägliche Handlung erzählt mehr als die ursprünglich geplante Szene oder ein ruhiger Moment braucht etwas mehr Zeit.
Gerade bei diesem Projekt war es wichtig, solche Situationen wahrzunehmen und nicht sofort zur nächsten Aufnahme weiterzugehen.
Die Technik sollte dabei ihren Zweck erfüllen, aber nicht die Situation bestimmen.
Kameras, Licht und Ton werden vorbereitet und kontrolliert. Im eigentlichen Gespräch geht es dann um die Person vor der Kamera und um das, was sie erzählen möchte.
So entstanden Aufnahmen aus unterschiedlichen Teilen der Stiftung:
- aus Wohn- und Arbeitsbereichen,
- aus der Förder- und Seniorenstätte,
- aus Bildungs-, Therapie- und Freizeitangeboten
- sowie aus Gesprächen mit Menschen, die Ecksberg aus ganz verschiedenen Blickwinkeln kennen.
Die ergänzenden Aufnahmen aus dem Alltag werden in der Videoproduktion als B-Roll bezeichnet. Sie zeigen Situationen, Orte und Details, die das Gesagte sichtbar machen und den Film über die reine Interviewsituation hinausführen.
Eine Videoproduktion, drei unterschiedliche Formate
Das gedrehte Material bildete die Grundlage für mehrere Formate.
Der Imagefilm sollte die Stiftung als Ganzes zeigen. Dafür mussten sehr unterschiedliche Bereiche miteinander verbunden werden, ohne dass der Film wie eine reine Aufzählung wirkt.
Beim Ausbildungsfilm lag der Schwerpunkt enger. Er richtet sich an Menschen, die sich für eine Ausbildung bei der Stiftung Ecksberg interessieren. Dafür begleiteten wir eine Auszubildende, sprachen mit der Praxisanleitung und filmten in verschiedenen Einsatzbereichen.
Der Kinospot musste die wesentliche Aussage deutlich stärker verdichten. Während der rund fünfminütige Imagefilm Zeit hat, verschiedene Bereiche zu zeigen, Zusammenhänge herzustellen und Menschen ausführlicher zu Wort kommen zu lassen, muss der Kinospot innerhalb kurzer Zeit verständlich werden und im Gedächtnis bleiben. Dafür braucht es eine besonders klare Auswahl an Bildern, Aussagen und Botschaften.
In der Postproduktion entsteht der fertige Film
Nach den Dreharbeiten lagen viele einzelne Aufnahmen, Interviews und Tonspuren vor.
Erst beim Sichten und Schneiden zeigt sich,
- welche Szenen zusammenpassen,
- wo Bilder das Gesagte sichtbar machen
- und an welchen Stellen der Film Zeit zum Beobachten braucht.
Dabei wird auch sichtbar, welche Aufnahmen zwar für sich genommen gut sind, aber die Geschichte nicht weiterbringen.
Sie wegzulassen ist Teil der Arbeit, genauso wie die Auswahl der stärksten Momente.
Zur Postproduktion gehörten neben dem eigentlichen Schnitt auch die Bereinigung und Abstimmung der Tonspuren.
Dabei wurden störende Hintergrundgeräusche und Rauschen reduziert.
Hinzu kamen eine Off-Stimme, lizenzfreie Musik und passende Soundeffekte sowie eine Fassung mit Untertiteln.
Beim Color Grading wurden die Aufnahmen farblich aufeinander abgestimmt.
Für einen einheitlichen Farblook kam dabei eine LUT zum Einsatz.
Das Ergebnis zeigt mehr als einzelne Bereiche
Am Ende entstanden drei Filme, die jeweils eine andere Aufgabe erfüllen:
- Der Imagefilm gibt einen Einblick in die Stiftung Ecksberg und ihre vielfältigen Angebote.
- Der Ausbildungsfilm richtet den Blick gezielt auf den Einstieg und die Arbeit in der Einrichtung.
- Der Kinospot bringt die zentrale Aussage in kurzer Form auf die Leinwand.
Was man den fertigen Filmen nicht unbedingt ansieht, ist die Vorbereitung dahinter:
die Auswahl der Themen, die vielen Absprachen, die gezielte Vorbereitung unterschiedlicher Gesprächspartner, die Drehplanung über mehrere Bereiche hinweg und die spätere Arbeit mit dem umfangreichen Material.
Genau diese Schritte waren notwendig, damit aus vielen einzelnen Aufnahmen ein gemeinsames Bild der Stiftung Ecksberg werden konnte.
Die drei fertigen Videoformate
- Imagefilm der Stiftung Ecksberg
Der rund fünfminütige Imagefilm gibt einen umfassenden Einblick in die Stiftung, ihre verschiedenen Bereiche und die Menschen, die dort leben und arbeiten.
Imagefilm ansehen - Ausbildungsfilm
Der Ausbildungsfilm richtet sich an Menschen, die sich für eine Ausbildung bei der Stiftung Ecksberg interessieren. Er zeigt Einblicke in den Arbeitsalltag und lässt eine Auszubildende sowie die Praxisanleitung zu Wort kommen.
Ausbildungsfilm ansehen - Der Kinospot verdichtet die zentrale Aussage der Stiftung auf eine kurze Laufzeit und wurde speziell für die Ausspielung auf der großen Leinwand produziert.
Der Kinospot ist derzeit nicht öffentlich online abrufbar.
Häufige Fragen zur Videoproduktion
Ein Imagefilm lohnt sich vor allem dann, wenn ein Unternehmen mehr erklären muss als eine einzelne Leistung. Zum Beispiel, wenn mehrere Bereiche zusammenspielen, die Unternehmenskultur sichtbar werden soll oder potenzielle Kunden und Bewerber einen realistischen Eindruck bekommen sollen. Geht es nur um ein Produkt, eine Stelle oder einen einzelnen Ablauf, kann ein kürzeres und klarer fokussiertes Video sinnvoller sein.
Auch wenn die Videoproduktion von einer Agentur übernommen wird, braucht es auf Unternehmensseite eine feste Ansprechperson. Sie koordiniert Termine, klärt interne Freigaben und sorgt dafür, dass Räume, Mitarbeitende und Abläufe am Drehtag verfügbar sind. Je größer das Unternehmen und je mehr Bereiche gezeigt werden sollen, desto wichtiger wird diese interne Organisation.
Nicht zwingend jeder Film braucht Interviews. Wenn Menschen vor der Kamera sprechen, wirkt ein Unternehmensfilm aber oft glaubwürdiger und persönlicher. Entscheidend ist, dass niemand unvorbereitet in die Situation geht. Vorabinformationen, mögliche Fragen und ein ruhiges Gespräch vor der Aufnahme nehmen viel Unsicherheit. Auswendig gelernte Antworten sind dagegen meist eher hinderlich.
Das hängt vom Umfang ab. Ein einzelner Drehtag ist nur ein Teil der Produktion. Hinzu kommen Konzept, Abstimmung, Terminplanung, Sichtung, Schnitt, Tonbearbeitung, Musik, Untertitel und Farbkorrektur. Bei mehreren Drehorten, vielen Interviewpartnern oder verschiedenen Filmfassungen verteilt sich die Produktion meist über mehrere Wochen.
Vorab sollte klar festgelegt werden, welche fertigen Formate benötigt werden. Möglich sind zum Beispiel ein Imagefilm, kürzere Fassungen, ein Recruiting-Video, ein Kinospot oder Versionen mit Untertiteln.
Wichtig ist außerdem, dass die finalen Videodateien dem Unternehmen übergeben werden und dort dauerhaft verfügbar bleiben. Sie sollten nicht ausschließlich auf einer extern verwalteten Plattform oder einer fremden Website liegen, auf die das Unternehmen später möglicherweise keinen Zugriff mehr hat.
So bleiben die Inhalte unabhängig von einzelnen Plattformen, Accounts oder Dienstleistern nutzbar.
Ob zusätzlich Rohmaterial, offene Projektdateien oder Schnittdateien übergeben werden, sollte separat vereinbart werden.
Entscheidend sind nicht nur die Drehtage. Auch Konzept, Anzahl der Drehorte, Interviewpartner, Technik, Nachbearbeitung und die Zahl der gewünschten Fassungen beeinflussen den Aufwand.
Ein Film mit einem Drehort und wenigen Personen ist anders zu kalkulieren als eine Produktion über mehrere Unternehmensbereiche hinweg. Ein belastbares Angebot ist deshalb erst möglich, wenn Ziel, Umfang und späterer Einsatz geklärt sind.
Häufig ja. Aus Interviews, Alltagsszenen und Detailaufnahmen lassen sich oft weitere Inhalte für Social Media, Website, YouTube, Recruiting oder Präsentationen entwickeln.
Das funktioniert aber nicht automatisch mit jedem Material. Bildformat, Bildausschnitt, Nutzungsrechte und die Länge der Aussagen setzen Grenzen. Welche zusätzlichen Inhalte möglich sind, hängt deshalb vom vorhandenen Material ab.
Mehr als nur der ursprünglich geplante Film
Auch wenn bei der Planung zunächst der fertige Film im Mittelpunkt steht, kann gutes Rohmaterial später weiteren Nutzen bringen.
Einzelne Interviewaussagen, kurze Szenen oder Standbilder lassen sich häufig auch für Social Media, den YouTube-Kanal, die Website, einen Blogbeitrag, Recruiting-Inhalte oder Präsentationen verwenden.
Welche zusätzlichen Inhalte tatsächlich entstehen können, hängt vom vorhandenen Material und den vereinbarten Nutzungsrechten ab. Eine vielseitige Videoproduktion bietet Unternehmen aber oft deutlich mehr Möglichkeiten als nur das ursprünglich geplante Format.
Sie möchten Ihre Einrichtung oder Ihr Unternehmen im Film zeigen?
Dann beginnt die Zusammenarbeit am besten nicht mit einer fertigen Szenenliste, sondern mit der Frage, was der Film tatsächlich vermitteln soll.
Wir entwickeln daraus das passende Konzept, planen die Dreharbeiten und begleiten das Projekt bis zum fertigen Film.